Historie

Leiser - ein Traditionsunternehmen

Leiser - ein waschechtes Berliner Traditions-Unternehmen

Wie alles beginnt

1891 – in Europa herrscht Aufbruchstimmung. Politische Veränderungen sorgen dafür, dass alles möglich scheint. Julius Klausner, ältester Sohn einer jüdischen Kaufmanns-Familie aus Tarnow, zieht es ebenfalls in die Welt. Als sich die Gelegenheit bietet, in die aufstrebende Metropole Berlin überzusiedeln, ergreift er sie sofort. Bei seinem Onkel, dem Eierhändler Hermann Leiser, kommt er fürs erste unter.

Zu dieser Zeit sind bequeme und bezahlbare Schuhe eine Ausnahme. Nur wer es sich leisten kann, lässt beim Schuster auf Maß fertigen. Für die normale Bevölkerung gibt es Einheitsware, links wie rechts gleich geschnitten, unbequem und auch nicht wirklich ansehnlich. Doch es liegt Veränderung in der Luft. Die Damenröcke werden kürzer und so sieht man, welche Schuhe darunter hervor blitzen.

Aus seiner Wiener Zeit weiß Julius Klausner, dass es auch anders geht. Er erkennt die Marktlücke und überredet seinen Onkel, ins Schuhgeschäft einzusteigen. Sie erwerben Schuhe guter Qualität zu günstigen Preisen und wollen diese weiterverkaufen. Und der Plan geht auf. Innerhalb kürzester Zeit spricht es sich herum: Dort in der Oranienstraße 34 b gibt es Schuhe – günstig und von guter Qualität.


Mut zahlt sich aus

Schon ein Jahr später reicht der Platz nicht mehr und Leiser muss erweitern. Ein weiterer Laden, auf der anderen Seite des Luisenstädtischen Kanals wird angemietet. Aus dieser Zeit stammt eine der bekanntesten Anekdoten: Ist in einem Laden gerade die vom Kunden gewünschte Größe nicht vorrätig, wird schnell telefoniert und zwei Lehrlinge treffen sich auf der Oranienbrücke zur Übergabe der Schuhe. Eine frühe Form der flexiblen Lagerhaltung.

An diesem Beispiel zeigt sich, was bei Leiser anders ist: der Mut, neue Wege zu gehen und vor allem die Kundenorientierung. Deshalb wählt Julius Klausner sein Personal auch sehr genau aus. Er legt Wert auf Fleiß, Loyalität und vor allem Freundlichkeit.

Die Strategie zwischen preiswerter Qualität, Kundenservice und innovativem Ruf zahlt sich aus. Leiser wird in den goldenen Zwanzigern zum größten Schuh-Einzelhändler in Berlin. Die repräsentativste Filiale, in der Tauenzienstraße direkt neben dem KaDeWe, gilt als Aushängeschild für das Unternehmen und das moderne, weltstädtische Berlin.


Schwierige Zeiten

Der zweite Weltkrieg geht auch an Leiser nicht spurlos vorüber. Um das Unternehmen vor dem Zugriff der Nazis zu schützen, übernimmt Dietrich Bahner Anteile und führt Leiser durch die Kriegsjahre. Im Mai 1945 stehen noch drei Filialen. Alles ist knapp. Das Unternehmen hat eine Viertelmillion Schuhe in ein Lager in Sachsen gerettet. Diese Schuhe gehen jetzt in den verbleibenden Filialen in den Verkauf. Damit ist der Grundstock für den Neu-Anfang gelegt.

 

Aufschwung und neue Chancen

Julius Klausner könnte nach dem Krieg seine Unternehmens-Anteile von Bahner zurückerwerben. Doch er weiß die Hilfe und Loyalität in der schweren Zeit zu schätzen und erkennt auch den Geschäftssinn des Partners. Die Entscheidung fällt: Bahner und Klausner führen Leiser als gleichberechtigte Partner fort.

Nach entbehrungsreichen Kriegsjahren folgt der wirtschaftliche Aufschwung. Klausner selbst erlebt das leider nicht mehr, er stirbt 1950. Bahner übernimmt nach und nach alle Geschäftsanteile und verlagert Leisers Hauptsitz nach Augsburg.

Um im größer werdenden Markt zu bestehen, gilt es, sich breit aufzustellen. Unter dem Dach der Gruppe Bahner finden sich innerhalb der nächsten Jahre namhafte Marken, die gemeinsam die verschiedenen Zielgruppen ansprechen. Das Unternehmen wächst kontinuierlich.

Mit der Wende ergreift Leiser die sich bietenden Chancen und eröffnet noch vor der Wiedervereinigung die ersten Geschäfte in den neuen Bundesländern. Berlin wird wieder Zentrum des Verkaufs.

Zum hundertjährigen Firmenjubiläum 1991 betreibt das Unternehmen 150 Filialen in ganz Deutschland sowie Prag. Der Umsatz bricht alle Rekorde.


Neue Zeiten

Wieder einmal stellen äußere Veränderungen das Unternehmen vor große Herausforderungen. Nach und nach erobert das Internet die heimischen vier Wände und durch den Online-Handel erhöht sich der Konkurrenzdruck massiv. Die breite Aufstellung mit vielen Einzelfilialen wird mit der Zeit zum Wettbewerbsnachteil.

Mit den Massenanbietern mithalten zu wollen, macht wenig Sinn. Also wird wieder in den Mittelpunkt gestellt, was Leiser einst groß gemacht hat: eine umfangreiche Kundenbetreuung und eine aktuelle, qualitativ hochwertige Produktauswahl. Klasse statt Masse. Der Weg ist nicht einfach, doch am Ende steht Leiser wieder stabil im Markt.


Bereit für die Zukunft

Leiser hat die Zeichen der Zeit erkannt.

In den Filialen, davon viele in attraktiver Innenstadt-Lage, finden die Kunden ausgesuchte Qualität und den Leiser-typischen Kundenservice. Ergänzt wird das Ganze durch einen repräsentativen und konkurrenzfähigen Online-Shop, bei dem die Kunden wissen, wer dahintersteht. Kein anonymer Großhändler, sondern ein verantwortungsbewusstes Traditionsunternehmen, das noch immer inhabergeführt und damit in privater Hand ist.

Hervorragend für die Zukunft gerüstet, ist Leisers Leitbild noch immer das gleiche:

„Der Erfolg unseres Unternehmens beruht auf der Preiswürdigkeit und der Qualität unserer Ware und der Höflichkeit, die unsere Mitarbeiter unseren Kunden entgegenbringen“
-Julius Klausner-

 

 

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